16.10.2018

Das sind die Preisträger 2018

Mehr als 120 gemeinnützige Initiativen sind dem zweiten offenen Aufruf der Initiative „The Power of the Arts“ gefolgt. Gefördert werden Projekte, die sich mittels der Kultur für eine offene Gesellschaft und ein „neues Wir“ engagieren. Vier Vorhaben konnten die Jury besonders überzeugen. Sie werden jeweils mit 50.000 Euro ausgezeichnet.

Die Jury besteht aus Dr. Hans-Jörg Clement (Konrad-Adenauer-Stiftung), Samy Deluxe (Rapper), Ralf Fücks (Autor), Kübra Gümüsay (Publizistin und Aktivistin), Erika Hoffmann (Sammlung Hoffmann), Lamya Kaddor (Autorin und Islamwissenschaftlerin), Diana Kinnert (Politikerin, Unternehmerin und Autorin) und Clemens Schick (Schauspieler).

Wir haben das große Glück in einer Gesellschaft zu leben, die noch nie so vielfältig und liberal war. Die anhaltenden Debatten zeigen jedoch, dass dieser Zustand nicht als Selbstverständlichkeit missverstanden werden darf. Deshalb ist es wichtiger denn je, die Initiative fortzusetzen. Wir freuen uns, erneut vier Projekte auszeichnen zu dürfen, die sich trotz unterschiedlichster Widerstände beispiellos für unsere offene Gesellschaft engagieren“, betont Elfriede Buben, Leiterin Corporate Responsibility bei der Philip Morris GmbH.

Die Jury hat folgende Projekte ausgezeichnet:

  • Kulturristen Hoch 2, Stiftung Generationen-Zusammenhalt

KULTURISTEN2, Stiftung Generationen-Zusammenhalt

Die Initiative bildet Tandems aus SeniorInnen und OberstufenschülerInnen, die gemeinsam Kulturveranstaltungen wie Ausstellungen, Theater- oder Opernaufführungen besuchen. Sie nutzt die verbindende Kraft von Kunst und Kultur, um den Kontakt zwischen Menschen verschiedener Milieus, Generationen und Kulturen zu initiieren und den Zusammenhalt in den Stadtteilen zu fördern. Mit dem Preis soll die Skalierung des Projekts auf weitere Stadtteile und Städte forciert werden.

Die Jury urteilt: „Die Initiative ermöglicht einen niederschwelligen Zugang zu Kultur und fördert generationsübergreifende Begegnungen. Ohne moralische Bewertung werden die TeilnehmerInnen in ihrem oftmals isolierten und einsamen Alltag abgeholt und Jugendliche ermutigt, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“

  • Migrantpolitan, Kampnagel

MIGRANTPOLITAN, Kampnagel

Das selbstverwaltete Veranstaltungszentrum Migrantpolitan ist für viele geflüchtete KünstlerInnen der Einstieg in die Kreativbranche und schafft langfristig reale Berufsperspektiven. Mit Hilfe der Auszeichnung soll das 12-köpfige Team zu einem professionellen Ensemble ausgebaut werden. Mit dem Preisgeld produzieren sie gemeinsam die Soap „RAMADRAM“, die zum Ramadan 2019 über YouTube verbreitet werden soll.

„Die geplante Soap ist eine authentische Abbildung arabischer Serienkultur. Auf humorvolle, aber seriöse Art wird eine unterrepräsentierte Binnenperspektive erfahrbar gemacht. Der oftmals künstlerisch-biografische Zugang ermöglicht einen Perspektivwechsel, der gut tut. Die teilweise ironische Umsetzung ist ein heilbarer Gegenentwurf in einer angespannten Zeit“, sagt die Jury.

  • Musik für einen Stadtteil, Stadtteilkantorat Mümmelmannsberg & Trimum e.V.

MUSIK FÜR EINEN STADTTEIL, Stadtteilkantorat Mümmelmannsberg & Trimum e.V.

In Hamburgs Brennpunktviertel Mümmelmannsberg setzt sich das interreligiöse Gemeinschaftsprojekt für den Abbau von Fremdheitsgefühlen ein und entwickelt gemeinsam mit muslimischen, christlichen und jüdischen MusikerInnen und KünstlerInnen musikalische Veranstaltungsformate. Durch gemeinsames Musizieren soll der Vielstimmigkeit von über einhundert Herkunftskulturen im Viertel ein adäquater Ausdruck verliehen werden. Durch den Preis kann das Projekt für ein weiteres Jahr verlässlich fortgeführt werden.

Das Jury-Gremium erläutert: „Das Projekt versetzt einen gesamten Stadtteil in Bewegung. Mit seinem generationsübergreifenden, interreligiösen und interkulturellen Angebot gibt es den vielfältigen Identitäten eine Bühne. Der ganzheitliche Ansatz der InitiatorInnen hat Signalwirkung: Begegnungen zu ermöglichen, ist eine Lebenseinstellung.“

  • Weiter Schreiben, wearedoingit e.V.

WEITER SCHREIBEN, wearedoingit e.V.

Die Initiative von 100 Frauen ermöglicht geflüchteten SchriftstellerInnen die Fortsetzung ihrer Arbeit im Exil. Gemeinsam mit renommierten deutschen AutorInnen wie Annett Gröschner, Nora Bossong und Nino Haratischwili sollen die Arbeiten der KünstlerInnen im Exil in den Vordergrund rücken. Mit dem Preisgeld wird die bisherige Online-Plattform um ein künstlerisch gestaltetes Printmagazin erweitert.

„In einem einzigartigen Austausch entstehen Texte, die auf Grund der geplanten Publikation in die Breite wirken. Trotz biografischer Bindungen steht dabei die Qualität der literarischen Arbeit im Vordergrund. Den Initiatorinnen um Autorin Annika Reich gelingt es nicht nur eine Systemlücke zu schließen, sondern auch Ruhe und Reflexion in eine aufgeregte Debatte zu bringen“, erklärt die Jury.

 

Die „The Power of the Arts“-Initiative wurde zum zweiten Mal in Folge von der Philip Morris GmbH ausgeschrieben. Das Unternehmen engagiert sich seit Jahrzehnten für die gesellschaftliche Teilhabe aller und ist seit den 60er Jahren als Förderer großer Sammlungen, Ausstellungen und Künstler bekannt.