12.06.2018

Interview mit Jurymitglied Kübra Gümüsay

Publizistin und Aktivistin Kübra Gümüsay spricht über ihre Teilnahme als Jurymitglied und erklärt, warum die Künste unsere Gesellschaft zusammenhalten.

Was hat Sie dazu bewogen Teil der Jury zu werden?  

The Power of the Arts ist ein Preis für Initiativen, die gesellschaftliche Herausforderungen auf Augenhöhe bewältigen wollen. Das ist – meines Erachtens – unabdinglich, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Deshalb bin ich sehr gerne in dieser Jury.

Warum müssen wir uns als Gesellschaft gerade jetzt für ein neues Wir engagieren?

Die Werte einer Gesellschaft sind nicht in Stein gemeißelt. Sie sind wandelbar. Das erleben wir derzeit im hohen Tempo, was die Salonfähigkeit antisemitischer, anti-muslimischer, rassistischer und anderer diskriminierender Aussagen betrifft. Deshalb braucht es gerade jetzt einen besonderen Einsatz. Wir gestalten diese Gesellschaft mit – und werden nicht nur von ihr gestaltet. Für die Werte, die in dieser gelebt werden, sind wir alle mitverantwortlich. Alle.

The Power of the Arts setzt sich für die Schaffung eines neuen Wir ein – wie stellen Sie sich dieses „Wir“ vor?

Das neue „Wir“ sollte die Pluralität und das Facettenreichtum der Gesellschaft tatsächlich mitdenken und ansprechen. Damit werden Realitäten und Tatsachen geschaffen und Zugehörigkeit vorgelebt.

Warum sind die Künste für die Schaffung von Teilhabemöglichkeiten in der Gesellschaft so wichtig?

Künste haben Freiheiten und Spielräume, die andere Kommunikationsformen nicht innehaben. Und sie können die Herzen bewegen – selbst jener, die mit keinem Argument mehr zu erreichen sind.

Sie haben sich bereits vielfältig engagiert. Welches Anliegen Ihnen besonders am Herzen?

In den letzten beiden Jahren beschäftigt mich insbesondere unsere Diskurskultur, unsere Sprachen und unser öffentliches Denken. Ich denke, dort ist viel Luft nach oben.